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Die Mitgliederversammlung am 25.11.2017 befasste sich ausgiebig mit der Neugestaltung des Dommuseums, einem Projekt, das das Hochstift Meißen ab 2018 umsetzen möchte.

Zu dem Vorhaben führte Dr. Matthias Donath aus: Die Museumsräume östlich des Domchors, die vor mehr als 15 Jahren mit dem Thema „Der Dom zu Meißen und die Kirche in Sachsen“ eingerichtet wurden, bedürfen einer Neugestaltung. Neben dem Verschleiß einiger Ausstellungselemente, etwa der Wendebücher, sind dafür vor allem inhaltliche Gründe ausschlaggebend: Die bisherige Ausstellung hat einen überregionalen Blick. Sie widmet sich sehr stark dem Thema „Kirche in Sachsen“. Begriffe wie „Hochstift“ oder „Domkapitel“ werden nirgendwo erklärt.

Die Anfragen von Besuchern zeigen aber, dass die Ausstellung es nicht vermag, das Besondere des Meißner Doms zu erklären, nämlich das ununterbrochene Bestehen des Domkapitels seit 1050 Jahren und die Hintergründe einer solchen für Sachsen einzigartigen Kontinuität. Die aktuelle Ausstellung nimmt zwar auf die Reformation Bezug, erklärt aber nicht, wie sich die Reformation auf den Meißner Dom ausgewirkt hat und warum trotz der Reformation Elemente der alten Kirche fortbestehen konnten. Eine neue Ausstellung muss genau diese Eigenheiten erklären, und zwar auch für Besucher, die kein oder nur wenig Vorwissen mitbringen. Darüber hinaus ist eine Neugestaltung geboten, weil sich die Seh- und Benutzergewohnheiten von Ausstellungsbesuchern in den letzten 15 Jahren erheblich geändert haben. In der jetzigen Ausstellung fehlen erläuternde Texte, die grundsätzliche Einführungen enthalten, zugleich gibt es Vertiefungsebenen in Wendebüchern, die mehr Informationen ausbreiten, als ein Betrachter verarbeiten kann. Um die Besucher besser zu erreichen, muss die Neugestaltung einen pädagogischen Ansatz verfolgen. Komplizierte und anspruchsvolle Sachverhalte sollen so erklärt werden, dass sie leicht erfassbar sind. Dementsprechend werden die Texte kurz sein. Die Informationen sollen stärker als bisher über Bilder transportiert werden, das heißt über Abbildungen, Grafiken, Schaubilder, Karten und einen Animationsfilm.

Die Neugestaltung soll in zwei Etappen erfolgen. Zunächst soll der Raum im Untergeschoss des Kapitelhauses mit dem Thema „Der Dom zu Meißen vor der Reformation“ neu eingerichtet werden. Außerdem wird der Vorraum im Erdgeschoss des Kapitelhauses, bisher Domshop, zu einem Ausstellungsraum mit dem Thema „Archiv und Kanzlei“ werden. Für diese erste Etappe werden Kosten in Höhe von 100.000,- Euro erwartet (inhaltliche Vorbereitung, Gestaltung, Bau der Ausstellungselemente, Gestaltung und technische Einrichtung eines Animationsfilms, Übersetzungen ins Englische). Für die Umsetzung werden Mittel bei verschiedenen Fördermittelgebern beantragt. Um den Eigenanteil des Hochstifts Meißen zu verstärken, wird der Dombau-Verein um einen Beitrag gebeten. Wenn die Mittel – wie erhofft – bereitgestellt werden, soll die Neueröffnung der neugestalteten Räume am 31. Oktober 2018 erfolgen – mit Bezug zum Jubiläum „1050 Jahre Hochstift Meißen“. Die beiden anderen Räume des Dommuseums sollen in einer zweiten Etappe neugestaltet werden, die nicht vor 2020 zu erwarten ist.
Die Mitgliederversammlung ermächtigte den Vorstand des Dombau-Vereins, für das Projekt maximal 20.000,- Euro bereitstellen.

Zur Mitgliederversammlung erstattete der Vorstand seinen Bericht über die Arbeit im Jahr 2017. Der Mitgliederbestand hat sich durch zwei Todesfälle und einen Austritt vermindert. Die Anwesenden gedachten der verstorbenen Mitglieder Joachim Glunde und Ingeborg Eule und grüßten Ehrenmitglied Prof. Dr. Karlheinz Blaschke nachträglich zu seinem 90. Geburtstag. Der Vorstand führte drei Vorstandssitzungen, zwei Mitgliederversammlung und zwei Exkursionen durch. Er brachte die Neugestaltung der Internetseite auf dem Weg und bewilligte eine Förderung in Höhe von 1.172,15 Euro für die Dekontamination (Entgiftung) eines spätgotischen Kanzleischranks. Dieser Schrank soll nach seiner Restaurierung im neugestalteten Dommuseum Aufstellung finden. Zudem stellte Dr. Matthias Donath das vom Dombau-Verein neuerworbene Bild mit einer Ansicht des Meißner Doms vor (siehe gesonderter Beitrag).

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